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Ein wie wir finden sehr interessanter Artikel aus dem Rheinischen Merkur


Auf dem Dnjepr von Kiew zur Krim - zwischen neuem Reichtum und altem Elend

Sewastopol: Armeehafen und Schmuckstück des Landes. Foto: Helene Schreiber

Autor: HELENE SCHREIBER

Nein, eine reine Vergnügungsreise war es nicht. Auch wenn ein Flor hübscher junger Ukrainerinnen uns das Bordleben verschönte, die Kabinen tipptopp in Ordnung hielt und es am Service nichts zu meckern gab. Auch Führerin Lina hätten wir nicht missen mögen. Wer hätte uns mehr über die heutige Ukraine erzählen können als sie? Über die winzigen Renten von umgerechnet 30 oder 50 Euro im Monat oder die 300 Millionäre im Parlament? Über die Macht der alten kommunistischen Kader, die den Großteil der Staatseinnahmen in ihre privaten Taschen lenken?


Doch das sanfte Dahingleiten an Bord schafft Seelenfrieden. Zweitausend Kilometer von Kiew zur Krim schippern und zurück, das stellt selbst enthusiastische Kreuzfahrer zufrieden, die nie genug vom wassergetragenen Müßiggang bekommen. Überraschend grün und idyllisch sind sie, die aus hellem Sand herauswachsenden Auwälder, die den über weite Strecken aufgestauten Dnjepr säumen. Bevölkert von Reihern, Kormoranen, weißen Seeschwalben und Nachtigallen. Ab und an von Datschen und Hütten gesprenkelt, die Wohlstand suggerierten, wären nicht alle mit Wellblech gedeckt. Im Weichbild der Hauptstadt jedoch wächst neues, frisches Geld, das bekanntlich nicht stinkt, woher es auch kommen mag, in Form nobler Eigentumswohnungen und prachtvoller Villen gen Himmel.

Kiew präsentiert sich als Metropole voll quirliger Geschäftigkeit, selbst die nabelfreie Teeniemode ist hier beliebt. Was hat man sich denn vorgestellt? Eine Stadt hinter allen Bergen? Eher eine Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen den Einkommensmillionären Klitschko und dem arm gebliebenen Freiheitsdichter Taras Schewtschenko, dessen "Vermächtnis" häufig anstelle der Nationalhymne gesungen wird.

Bereits im 10. Jahrhundert führte Fürst Volodymyr hier das Christentum ein. Und bald danach stieg die Kiewer Rus zu Macht und Herrlichkeit auf, als Moskau noch ein weißer Fleck auf der Landkarte war. Trotz vielfältiger Zerstörungen hat sich der goldene Glanz der Kuppeln über 1000 Jahre erhalten. Nicht allein bei der Urmutter aller Kiewer Kirchen, der Sophienkathedrale, auch im Areal des Höhlenklosters – beide zum kulturellen Welterbe gehörend.

Wie alle Großstädte an der Reiseroute auf Europas drittlängstem Strom ist auch die Drei-Millionen-Hauptstadt grün. Durchzogen von akaziengesäumten Boulevards und prachtvollen Kastanienalleen. Großzügige Stadtplanungen sind das Erbe der Zarin Katharina, die im ausgehenden 18. Jahrhundert die Ukraine vereinnahmte. Selbst in Saporoschje, wo in den zwanziger Jahren das damals größte Wasserkraftwerk Europas und der 760 Meter lange Staudamm gebaut wurden, der die berüchtigten Stromschnellen des Dnjepr zähmte.

Gefürchtete Raubzüge

Auch Odessa, die schönste Stadt am Schwarzen Meer, seit eh und je ein kosmopolitisches Tor zur Welt, und die Krimhäfen profitieren von der langlebigen Lust am Baum, bezaubern mit mediterranem Charme. Ist es Logistik oder nur Zufall, dass den Blicken der Passagiere während der zweiwöchigen Schifffahrt die schlimmsten Industriegiganten dank nächtlicher Passagen erspart bleiben?

Urlauber haben das Privileg, sich den angenehmen Seiten des Lebens zuzuwenden. Und wir auf der "Viking Lavrinenkov" genießen neben der Rundumversorgung den Luxus, bis vor die "Haustür" unserer Ziele transportiert zu werden. Davon gibt es genug auf den "Spuren der Kosaken" - wenn von den tollkühnen Reitern auch kaum mehr als museale Reliquien und Folklore übrig geblieben sind. Die "freien Männer", deren Raubzüge bis Konstantinopel gefürchtet waren, verschanzten sich auf der Dnjepr-Insel Chortitsa, trotzten den polnischen Besatzern und verhöhnten die eroberungslüsternen Osmanen. Doch nur hundert Jahre währte die russisch verbriefte Autonomie. Die Zaren zwangen das fruchtbare Schwarzerdeland am Delta unter Leibeigenschaft. Katharina II. zerstörte mit brachialer Gewalt die "Saparoscher Sitsch" endgültig. Dem Mythos der waffenkundigen Gesellen konnte sie jedoch nichts anhaben. Er lebt fort. In Gogols Werk "Taras Bulba" und in den Seelen der Landsleute, die Chortitsa zum kulturhistorischen Reservat erklärten, ein faszinierendes Museum errichteten und damit ein Stück Identität bewahrt sehen.

Odessa hält, was sein klangvoller Name verspricht. Gemächlich erklimmen wir die legendären 192 Stufen vom Hafen zur Stadt empor, jene von unten wie eine unüberwindliche Himmelsleiter wirkende Treppe, der Sergej Eisenstein mit seinem Filmepos "Panzerkreuzer Potemkin" 1925 zu Weltruhm verhalf. Soll man in der Stadt mit ihren prachtvollen Kastanien- und Linden-Promenaden, den faszinierenden Museen, den noblen Fassaden und der fast schon mondänen Flaniermeile Deribasiwska bleiben und den Ausflug nach Bessarabien sausen lassen?

Das wäre schade gewesen. Weniger um der grandiosen mittelalterlichen Festung Akkerman am Mündungsarm des Dnjestr wegen – es war die beste Chance, das platte Land kennen zu lernen: die bescheidenen Datschen ohne Strom und Wasser an den Ufern der Lagune, wo ab Mai der Badetourismus floriert. Dörfer wie der Weinort Schabo vor 100 Jahren von Schweizer Winzern gegründet, wo die Menschen wie überall auf dem Land Selbstversorger sind. Ein großer Garten gehört zum kleinen Haus, Kartoffelacker und Gemüsebeete verraten den Speiseplan.

Die Fahrt übers Schwarze Meer ist ganz schön kabbelig, Windstärke vier bis fünf Richtung Krim. Die Talentshow der Crew und ein Wodka verdrängen am Abend die aufkeimende Seekrankheit. Sewastopol – nun, wir würden staunen, hatten die Besatzung geraunt. Und wirklich: Die noch bis vor kurzem geschlossene Stadtfestung der russischen und ukrainischen Schwarzmeerflotte nimmt gleich bei der Einfahrt dank ihrer schönen Lage in einer weiten, tiefen Bucht für sich ein.

Vom Ankerplatz bis in die "Stadt des Ruhms" sind es nur Schritte. Dass es hier mehr als 1000 Kriegsdenkmäler geben soll, ist selbst in einem Land mit inflationärer Denkmalsucht ein Superlativ. Der Griff nach der klimabegünstigten Halbinsel Krim jedoch ist so alt wie die Eroberungsgeschichte überhaupt. Den im ersten vorchristlichen Jahrtausend siedelnden Skythen folgten Griechen und gründeten Chersones, ein meerumspültes Ruinenfeld, das die Unesco zu den 150 wichtigsten Altertümern der Welt zählt. Ab dem 15. Jahrhundert setzten sich im Innern die Krimtataren fest und hinterließen den bezaubernden Khan-Palast von Bachtschisaraij als Tausendundeine-Nacht-Vermächtnis.

Erste Luxusyachten

Die Jalta-Konferenz ankert bei den meisten Passagieren fest im Bewusstsein. Und die Neugierde auf den Schauplatz wird nicht enttäuscht. Das weiße Zarenschloss Liwadija liegt als Märchenpalast in einer märchenhaften Landschaft. Alles ist fast noch so wie vor bald 100 Jahren, als Zar Nikolaus II. hier mit Frau und Kindern seinen letzten Sommerurlaub verbrachte. Im Bewusstsein ihres schrecklichen Endes fühlt man sich beim Blick in die Privaträume wie ein Voyeur.

Neugierde treibt auch nach Balaklawa, wie Sewastopol bis vor kurzem Hochsicherheitsterrain. In Felshöhlen des kilometerlang ins Land greifenden Fjords lagen die sowjetischen Atom-U-Boote "versteckt". Entmilitarisiert, kündigt sich eine grandiose Umwandlung an: Vor der Kulisse alter Genueser Burgtürme erstreckt sich eine neue Promenade, in der kleinen Marina dümpeln die ersten Luxusyachten. Ob hier oder im traditionsreichen Jalta: Es ist nur eine Frage der Zeit, und Osteuropa lockt mit seiner eigenen Côte. Die Krim braucht ja nur an ihre alten Traditionen anzuknüpfen – und das ist schon in vollem Gang.

Die Reise: "Auf den Spuren der Kosaken" heißt die zweiwöchige Tour von Kiew nach Odessa und über die Krim zurück nach Kiew. Sie wird von Viking Flusskreuzfahrten, auf der "Viking Lavrinenkov" (231 Passagiere, 113 Besatzung, etwa 130 Meter lang) angeboten. Die nächsten Fahrten beginnen am 5. und am 19. September zu einem Sonderpreis von 1078 bis 1463 Euro pro Person in der Doppelkabine. Das Ausflugspaket kostet 199 Euro; das An-und-Abreise-Paket 640 Euro. Die letzte Tour in diesem Jahr beginnt am 3. Oktober.




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